S.T.

Nach dem Schachbrett-System südamerikanischer Städte erstreckt sich die Avenida 18 de Julio als Haupteinkaufs- und Verkehrsstrasse quer durch Montevideo. Über die Plaza Independencia mit dem Mausoleum des Nationalhelden Gral. J. G. Artigas hinweg führt sie durch das ursprüngliche Stadttor, die Puerta de la Ciudadela, als Straße Sarandí weiter durch die Altstadt und endet als Kaimauer im Rio de la Plata. Diese gesamte Strecke liegt frei und wird nur unterhalb der Puerta de la Ciudadela unterbrochen. Die Zebrastreifen davor und dahinter wurden übertüncht und der Durchgang ist durch drei große triste Betonblumentöpfe versperrt.
Auf der einen Seite des Tores herrscht reges Treiben in den großen Einkaufsgalerien, doch in der Altstadt bis hin zum Hafen stehen viele Häuser leer. Erst seit kurzer Zeit zieht es die Bewohner wieder zurück in den ursprünglichen Stadtkern. Die Schleifspuren der Blumentöpfe auf dem Asphalt sollen an die Bewegung des Auswanderns aus der Altstadt und die Tatsache des versperrten Stadttores erinnern.

La rue principale de la ville de Montevideo est bloquée par trois pots de fleurs en béton, avant qu‘elle passe sous l‘arc - l‘entrée dans la vieille ville; je simule leur mouvement.

The main street of Montevideo is blocked by three concrete flower pots before crossing the ancient city gate as an entrance to the historic center; I simulate their movement.

Kreide auf Asphalt | craie sur asphalte | chalk on asphalt

Montevideo/Uruguay 2005

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